Wie wird Whisky hergestellt?

Wie wird Whisky hergestellt
Getreide für Whisky

Wie wird Whisky hergestellt? Das haben Sie sich bestimmt schon einmal gefragt. Nachdem wir bereits die Geschichte des Whiskys näher beleuchtet haben, soll nun erklärt werden, wie Whisky hergestellt wird. Grundsätzlich gesagt, wird Whisky in fünf Arbeitsschritten hergestellt. Die Rohstoffe für den Whisky sind Getreide, Wasser und Hefe. Durch unterschiedliche Getreidesorten bekommen Whiskys auch ihre einzigartigen Geschmäcker. Die einzelnen Arbeitsschritte die für die Whiskyherstellung anfallen sind:

  1. Vorbereitung des Getreides. Diese Vorgang wird Mälzen genannt
  2. Maischen (Vermischung des Rohstoffes mit z.B. Hefen)
  3. Fermentation
  4. Destillation
  5. Reifung

 

1. Der Mälzvorgang

Das Mälzen selbst unterteilt sich noch einmal in drei weitere Unterschritte. Nämlich, dass einweichen, keimen und darren. Beim einweichen wird das Getreide in Wasserbehältern mehrere Tage eingeweicht, so dass die Getreide keimen. Am Ende dieses Vorgangs wird das Wasser wieder entfernt. Anschließend wird das Getreide auf bestimmten Mälzböden ausgelegt. Hier liegt das Getreide nun wieder mehrere Tage und wird mehrmals am Tag gewendet. Hierdurch entsteht Wärme und Enzyme werden freigesetzt, die die im Getreide enthalte Stärke in Zucker umwandeln können. Sobald das Getreide weichgenug ist, wird der Keimvorgang abgeschlossen. Um diese Keimung zu stoppen, wird das Getreide in großen Öfen getrocknet. Diese Öfen werden durch Feuer unter ihnen erhitzt. Durch die Verwendung verschiedener Brennmaterialien und die damit verbundene Veränderung des Rauches, bekommt das Getreide ein bestimmtes Aroma.

2. Maischen

Das Getreide, was nun Malz genannt wird, wird nun gemahlen. Das Schrot was man hierdurch erhält heißt „Grist“. Dieses Grist wird nun in Wannen mit heißem Wasser gemischt. Erinnern Sie sich noch daran, dass beim Mälzen Enzyme freigesetzt wurden, die in der Lage sind Stärke in Zucker umzuwandeln? Beim Maischen tritt dieser Fall nun ein. Die nun entstandene Masse wird „Wort“ genannt und wird in einen anderen Behälter umgefüllt.

3. Die Fermentierung

Wenn das Wort abgekühlt ist, wird es wieder einmal umgefüllt. Dieses Mal in spezielle Gärbottiche („Washbacks“). Hier wird nun beispielsweise eine bestimmte Sorte Hefe zugesetzt. Ähnlich wie bei Gebäck bewirkt Hefe bei Raumtemperatur eine Veränderung des Grundstoffes. Hier geht nun kein Teig auf, sondern die Gärung des „Worts“ tritt ein. Der Zucker wird in Alkohol umgewandelt.

4. Die Destillation

Wie wird Whisky hergestellt
Typische Whiskydestille

Die Destillation wird in zwei Arbeitsschritten durchgeführt. Zuerst wird die nun fermentierte Flüssigkeit in eine Brennblase eingefüllt. Wie eine Brennblase aussieht, können sie dem Bild auf der Rechtenseite entnehmen. In diesen Brennblasen erfolgt die erste Destillation. Die fermentierte Flüssigkeit wird stark erhitzt und zum Sieden gebracht. Durch das Sieden wird der Alkohol von den anderen Bestandteilen getrennt. Der Alkohol verdampft und wird in Kondensatoren aufgefangen. Diese Kondensatoren werden gekühlt. Da der Dampf heiß und die Kondensatoren kalt sind, verflüssigt sich der Dampf wieder. Diese Flüssigkeit mit einem Alkoholgehalt von ca. 20% Promille wird „low Wine“ genannt. Der low Wine wird abermals umgeleitet.

Dieses Mal in einen „Spiritsafe“ der größtenteils aus Holz und Glas gefertigt ist. Der Whiskyhersteller prüft hier nun die Dichte der Flüssigkeit. Sollte sie seinen Ansprüchen genügen, wird sie zum zweiten Mal destilliert und zwar wieder in einer Brennblase. Diese ist aber kleiner als die erste Brennblase. Der Whiskyhersteller hat nun einen der wichtigsten Schritte zu beachten. Bei der zweiten Destillierung entstehen Bestandteile die nicht nur fürchterlich schmecken, sondern auch gesundheitsschädigend sind. Diese Bestandteile entsorgt der Hersteller, denn sie haben keine weitere Verwendung. Bei der zweiten Destillierung muss der Whiskyhersteller den Mittellauf aufbewahren. Dieser wird „Heartpeace“ genannt.  Dieses Herzstück des Whiskys hat bis zu 72% Promille Alkoholgehalt.

Dieses Herzstück wird mit Wasser versetzt, um den Alkoholgehalt zu verringern. Diese Wasserbeigabe entschleunigt auch den Alkoholverfall des Whiskys. Jedes Jahr verliert der Whisky während der Reifung etwas %Promille an Alkoholgehalt und erst nach 3 Jahren darf sich dieses Getränk dann Whisky nennen. Wer noch genaueres zu der Art und Weise lesen möchte, wie Alkohol destilliert wird, sollte den Wikipediaartikel hierzu aufrufen.

5. Die Reifung

Wie wird Whisky hergestellt
Whiskyfässer

Das Herzstück wird nach der Beigabe des Wassers in Fässer umgefüllt. Nun soll der Whisky reifen. Dieser Reifeprozess ist einer der wichtigsten Arbeitsschritte bei der Herstellung von Whisky. Denn in diesen Holzfässern bekommt der Whisky seinen guten Geschmack. Durch die langjährige Lagerung in Holzfässern nimmt der Whisky Aromen und Eigenschaften des Holzes an. Dies ist eine besondere Verfeinerung des Whiskys und lässt das spätere Endprodukt dann seinen einzigartigen Geschmack haben. Verschiedene Holzsorten haben auch verschiedene Auswirkungen auf den Whisky. Beispielsweise kann Whisky durch das Holz eine leichte Vanillenote bekommen.

Aber nicht nur das Holz des Whiskyfasses ist wichtig, sondern auch, ob bereits andere Getränke in diesem Fass gereift sind. Bestimmte Holzsorten, wie zum Beispiel Eichenholz, sind besonders aufnahmefähig für die Aromen der Getränke die vorher in ihnen gelagert wurden. Bei der Neubefüllung der Holzfässer geben sie diese Aromen wieder ab. Der Whisky nimmt dann diese Aromen zusätzlich an. Beispiele für Getränke die bereits in den Fässern gelagert wurden sind Sherry, Portwein oder Cognac.

Am Ende der Reifezeit z.B. nach 12 Jahren, wird das Fass geöffnet und die Qualität und der Zustand des Whiskys werden festgestellt. Sollten diese Kriterien dem Whiskyhersteller zusagen, gelangt der Whisky in den Verkauf. Welche Kriterien der Whiskyhersteller zur Beurteilung des Whiskys beachten muss, habe ich auf der Seite „Wie wird Whisky getestet„, für Sie festgehalten.