Macduff und Glenturret Whiskys l whic.de Eigenabfüllungen Teil 1

Bevor mit dem eigentlich Beitrag begonnen wird, ein kleiner Hinweis: Arne Wesche von www.whic.de hat mich kontaktiert und mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte die Eigenabfüllungen des Shops zu probieren. Er hat mir mehrere Samples zukommen lassen und diese habe ich getestet. Es handelt sich hierbei um keine bezahlte Promotion. Ich bin vollkommen frei in meinem Urteil und kann und darf auch kritisieren (Spoiler: Die Whiskys sind schon ziemlich lecker) Da er mir freundlicherweise ein paar mehr Samples hat zukommen lassen, teile ich die Reviews auf zwei Beiträge auf.

Heute beginnen wir mit den Abfüllungen der Glenturret- und Macduff Destillen.  Ohne weitere Umschweife kommen wir nun zum ersten Whisky.

1. Glenturret Whisky 22 Jahre

Der Name verrät es bereits, dieser Whisky stammt von der Glenturret Brennerei aus den schottischen Highlands. Glenturret ist übrigens, laut eigener Aussage, eine der ältesten Whiskybrennereien Schottlands. 1717 soll hier der erste Whisky gebrannt worden sein, das sei aber nur am Rande erwähnt.

Bevor ich auf den Geschmack eingehe ein paar harte Fakten. Diese Abfüllung wurde 1994 hergestellt und hat bis 2017 in Rotweinfässern gereift, in denen vorher Barolo Rotwein lag. Das gibt dem Whisky auf jeden Fall eine Fruchtnote, hierzu aber gleich mehr. Die Fassstärke ist mit 55,5% Promille angeben und das merkt man dem Whisky auch an. Der Whisky ist 22 bzw. fast 23 Jahre alt. Außerdem ist diese Abfüllung eine limitierte Auflage, da es sich um eine Eigenabfüllung für whic.de handelt.

1.1 Aussehen und Geschmack des Glenturret

Glenturret whic.de abfüllung
Glenturret Eigenabfüllung für whic.de

Farbe: Anders als bei meinem Test zu dem Bunnahabhain 12 beschreibe ich als Erstes die Farbe des Whiskys. Was die beiden Whiskys übrigens verbindet ist, dass auch dem Glenturret Whisky keine Farbstoffe hinzugegeben wurden und er seine Farbe nur aus der Reifung in den Fässern bezieht. Whic.de selbst schreibt, dass die Farbe an ein Granatapfelrot erinnern soll, aber für mich geht es eher ins Bernsteinfarbene mit leichtem Rot Anteil.

Aroma: Beim Einschenken des Whiskys ist sein Aroma sofort wahrzunehmen. Durch die fast 56% Promille handelt es sich um einen starken Whisky mit einem intensiven Aroma. Durch die Reifung in Weinfässern zieht beim Nosing eine starke Fruchtnote in die Nase. Diese Note erinnert an Waldbeerkompott, welches mit Vanille als Beilage hergestellt wurde. Hinzu kommen leichte Eichenholznuancen. Seitens des Herstellers sollen dunkle Schokolade und diverse Blumennoten zu vernehmen sein, was ich nicht ganz bestätigen kann. Was aber auch nicht weiter stört, da das Aroma für mich sehr rund wirkt und insgesamt einen schönen malzigen Charakter besitzt.

Geschmack: Das Erste woran ich beim Probieren dachte war: „Überraschend intensiv“. Diese Intensivität war beim Nosing gar nicht weiter wahrzunehmen, war jedoch gerne gesehen und gibt dem Whisky eine interessante Wendung. Und die Annahme vom Nosing, dass es sich hierbei um einen malzigen Whisky handelt, bestätigt sich auf jeden Fall. Ein schöner Geschmack nach Waldbeeren ergibt sich. Also eine schöne und starke Fruchnote ist vorhanden. Eine ganz leichte und feine Rauchnote schwingt mit. Whic.de selbst schreibt, dass der Whisky außerdem einen kühlen Mentholgeschmack und eine leichte Pfeffernote besitzen soll. Die Pfeffernote geht leider nicht ganz auf. Den Hinweis auf kühles Menthol fand ich ganz interessant, da ich beim Probieren selber dachte, dass er ziemlich frisch, fast schon erfrischend daherkommt. Beim Trinken selbst hab ich schon vermutet, dass hier ein wenig Minzgeschmack mitschwingt. Definitiv ein Whisky, der auch im Sommer oder an warmen Herbsttagen genossen werden kann. Insgesamt ein runder und voller Malzwhiskygeschmack.

Nachklang: Die beim Trinken wahrgenommene Rauchnote ist im Abgang kaum noch wahrzunehmen. Der Nachklang kommt sehr fein und mild daher. Der Glenturret geht sehr leicht runter und ist kein bisschen sprittig. In der Kehle liegt am längsten die Fruchtnote.

1.2 Fazit zum Glenturret

Ich habe bei dem Bunnahabhain Test ja schon durchblicken lassen, dass ich gerne malzige Whiskys trinke und war natürlich dann sehr interessiert daran, wie der Glenturret mir so schmecken wird. Ich war auf jeden Fall von seinem Aroma angetan. Ein wenig hat dieser mich an das Aroma vom Glen Els Triple Port erinnert, welchen ich derzeit auch als Sample zu Hause habe. Hierfür gibt es schon mal Pluspunkte. Beim Geschmack selbst gibt es meiner Meinung auch nicht allzu viel zu kritisieren. Bei einem 22 Jährigen Whisky wird es auch echt schwer Sprittigkeit wahrzunehmen. Der einzig wirkliche Negativpunkt für mich ist, dass die Rauchnote nur sehr schwach ausgeprägt ist und die Nuance die da ist, im Abklang zu schnell verschwindet. Aber das ist schon Klagen auf hohem Niveau. Insgesamt handelt es sich hierbei um einen sehr hochwertigen Whisky, der definitiv zur oberen Mittel- bis Oberklasse gehört. Das schlägt sich natürlich auch auf den Preis nieder. Falls man kein Sample, sondern eine Flasche dieser Abfüllung ersteigern möchte, muss man mit circa 135 Euro pro Flasche rechnen. Dafür erhält man natürlich auch ein sehr hochwertiges Produkt. Diejenigen unter euch die vielleicht auf der Suche nach einer günstigen Alternative sind, empfehle ich zum Beispiel einen Redbreast Whiskey.

2. Macduff 10 Jahre

Diese Abfüllung stammt aus der Macduff Destille, welche sich ihrerseits in Banff, Schottland befindet und somit zur Whiskyregion der Speyside gehört. Anders als bei der Glenturret Destille handelt es sich bei Macduff, um eine eher „jüngere“ Destille. Sie wurde nämlich erst 1962 gegründet. Ich glaube das Wichtigste an dieser Destille ist, dass wenn man Whiskyerzeugnisse mit dem Namen Macduff erwirbt, stets unabhängige Abfüllungen ersteht. Originalabfüllungen tragen nämlich den Namen The Deveron. Ungeachtet der Tatsache, dass es Originalabfüllungen und Abfüllungen für andere gibt, wird die Hauptausschussmenge des Whiskys für die Produktion von Blends verwendet.

Auch hier wieder vorab ein paar harte Fakten zum Whisky selbst. Hergestellt wurde dieser Whisky 2006 und wurde bis 2017 in Madeira Fässern gereift. Außerdem wurde durch whic.de eine Nachreifung  in einem Madeira Hogshead vorgenommen. Die Fassstärke liegt auch bei satten 55% Promille und die merkt man noch stärker als bei dem Glenturret.

2.1 Aussehen und Geschmack des Macduff

Macduff 10
Macduff 10 Sujet Series

Farbe: Aufgrund der Lagerdauer ergibt sich ein schönes Strohgelb, welches leicht ins Orange driftet. Auch diesem Whisky wurden keine Farbstoffe beigeben und besitzt somit seine natürliche Farbe. So ganz nebenbei erwähnt, dass gefällt mir an diesen Eigenabfüllungen sehr gut. Außerdem wurde keine Kühlfilterung vorgenommen.

Aroma: Bei 55% Promille ergibt sich, ähnlich wie beim Glenturret, ein schönes und intensives Aroma. Anfangs getragen von einem schönen Honiggeruch. Das lässt sich in etwa mit einem frisch aufgemachtem Glas Honig vergleichen. Laut Produktbeschreibung soll bereits im Aroma eine starke zitrusfrische wahrzunehmen sein. Das stimmt auch, wird aber von dem eingangs erwähnten Honiggeruch überlagert. Hinzukommen auch hier leichte Eichenholznuancen. Des weiteren eine leichte Schärfe, die ein wenig an Ingwer erinnert. Zusammenfassend ein schöner Malzcharakter.

Geschmack: Ich habe, bevor ich den Macduff testete, den Glenturret getrunken und war noch in so einer „Ach, schön milde Whiskys trinken“-Stimmung. Der Macduff ist da ein wenig anders. Direkt beim trinken ergibt sich ein sehr schöner und intensiver Geschmack. Auch wenn der Macduff nicht der rauchigste Whisky ist den man erstehen kann, ist er auf jeden Fall rauchiger als der Glenturret. Insgesamt aber nicht sehr aufdringlich und noch verhalten. Die Zitrusfrische, welche im Aroma noch leicht überlagert wurde, kommt nun beim Geschmack vollends durch. Für mich erinnert es an reife grüne Äpfel, die ein wenig über offenem Feuer gebraten wurden. Zu diesem Geschmack paart sich die Schärfe des Aromas. Aber das liegt an den 55% Promille und schadet nicht und gibt ein schönes wärmendes Gefühl. Abgeschlossen und abgerundet wird dieser Geschmack durch eine seichte Karamellnote.

Nachklang: Die Stärke und leichte Schärfe des Macduffs dominieren den Abgang ganz klar. Trotzdem geht er leicht runter und es gibt auch keine Anflüge von Sprittigkeit. Die Fruchtnoten ziehen auch nach. Insgesamt bleibt er sehr lange in der Kehle und wärmt einen quasi richtig auf. Anders als beim Glenturret würde ich aber sagen, dass der Macduff eher zum Herbst und Winter passt, als zum Sommer. Denn gerade bei dem jetzigen Schmuddelwetter ist der Macduff ein richtiger Wachmacher.

Fazit: Es bestätigt sich mal wieder, dass malzige Whiskys zu meinen Favoriten gehören. Alleine diese Tatsache gab dem Macduff natürlich einen Vertrauensvorschuss, von dem ich nicht enttäuscht wurde. Gerade für die Winterzeit ein guter Whisky und eine schöne Alternative zu herkömmlichen Whiskys, wie z.B. einem Glenlivet. Preislich gesehen langt dieser Whisky auch nicht ganz so zu. Man kann mit ca. 60 Euro pro Flasche rechnen. Das ist finde ich gerade noch an der Grenze, zwar ist der Macduff ein kompromissloser und guter Whisky aber natürlich mit dem Glenturret nicht zu vergleichen. Der Preis kommt wahrscheinlich auch durch die Nachreifung zustande. Trotzdem, ein gutes Angebot. Vor dem Kauf würde ich aber empfehlen ein Sample vom Macduff zu kaufen, da dieser Whisky meiner Meinung nach eher für Liebhaber ist und nicht jedem Whiskytrinker gefallen wird.

 

So, dass war es mit dem ersten Teil der Whic Eigenabfüllungen. Im Verlauf der nächsten Woche kommt dann Teil 2. Hast du schon mal eine Eigenabfüllung gehabt, vielleicht sogar die von Whic.de? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

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