Glenfiddich 12 Test

Der Glenfiddich 12 ist wohl der berühmteste schottische Single Malt hier in Deutschland. Man kann ihn gefühlt überall kaufen. Alleine bei mir im näheren Umkreis führen ihn drei Supermärkte, eine Whiskyfachhandlung und ein Einkaufszentrum. Eigentlich verwundert mich das sogar, denn wenn ich mit meinen Freunden spreche, ob sie sich schon mal einen Glenfiddich gegönnt haben kommt meist nur ein Kopfschütteln. Also ungeachtet seiner Verfügbarkeit ist er nicht der meist konsumierteste Whisky. Ich glaube, Jim Beam und Jack Daniels kann man sowieso nur schwer den Rang ablaufen, aber dass ist eine ganz andere Geschichte.
Ich will in diesem Test nicht nur beschreiben, wie der Glenfiddich 12 aussieht und welchen Geschmack er hat, sondern möchte noch ein wenig auf seine Herstellung und Geschichte eingehen.

Sollte dich das nicht interessieren, klick doch einfach hier und du kommt direkt zum Geschmack und der Bewertung des Glenfiddich 12. Alle anderen dürfen natürlich gerne weiterlesen. Kommen wir mal direkt zur…

Geschichte der Glenfiddich Destille

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Schottisches Hochland

Gegründet wurde diese Destille in Schottland von William Grant im Jahre 1887. Die Destille liegt in der Grafschaft Banffshire. Diese Grafschaft befindet sich im schottischen Hochland, also im Nordosten der Insel. Das Landgut auf dem die Destille errichtet wurde hieß Glenfiddich. Freiübersetzt heißt das übrigens soviel wie „Tal der Hirsche“. Darum auch der Hirsch als Wappentier dieses Whiskys. William Grant hatte vor der Gründung seiner eigenen Destille bereits jahrelang in einer anderen Destille als leitender Angestellter gearbeitet. Deshalb wusste er schon von Beginn an, worauf es bei der Brennung eines guten Whiskys ankommt. So suchte er die passenden Brennblasen, Zutaten und Rohstoffe aus. Für die Brennung seines eigenen Whiskys verwendete William Grant Gerste aus der Region und Wasser aus nahegelegenen Wasserquellen.

Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts wurde sehr viel Blended Whisky nachgefragt. Deshalb entschloss sich William Grant Whisky herzustellen, der Teil vieler verschiedener Blended Whiskys werden sollte. Falls du dich fragst was der Unterschied zwischen einem Blended Whisky und einem Single Malt ist, lies doch gerne meinen Artikel zu den verschiedenen Whiskysorten. Somit war Glenfiddich Whisky zu erst kein eigenes Erzeugnis, sondern Grundlage für andere Whiskys.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts änderte sich dies aber. Im Zuge einer Neustrukturierung des Marketings und Vertriebs entschied sich die Unternehmensleitung auch Whisky für Single Malts vorzuhalten. Im Fokus stand der US Markt und dessen Käufer und Käuferinnen. Durch geschickte Produktplatzierungen und Werbedeals wurde die Marke Glenfiddich immer bekannter. Nur eines hatte die Unternehmensleitung damals nicht bedacht: Die Werbemaßnahmen waren zu effektiv.

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Glenfiddich Brennblasen

Natürlich reibt sich jeder Manager die Hände, wenn die eigenen Produkte weggehen wie warme Semmeln, aber sollte diese Nachfrage nicht bedient werden steht man vor einem Problem. Und vor genau diesem Problem stand die Glenfiddich Destille. Es wurde so viel Glenfiddich nachgefragt, dass man mit der Produktion nicht nachkam. Deshalb kaufte man bereits an andere Whiskybrennereien ausgelieferte Glenfiddich Whiskys zurück und ließ diese zu Single Malts weiterreifen. Natürlich musste man für den Rückkauf einen höheren Preis zahlen, der über den ehemaligen Einnahmen des Verkaufspreis lag.  In den 1970 Jahren wurde die Firma Glenfiddich sogar von der britischen Krone dafür ausgezeichnet, dass sie die Außenhandelsbilanz des Königreiches so gut beeinflusst. Um nochmal zu verdeutlichen, wie groß die Firma Glenfiddich heutzutage ist, sei gesagt, dass sie ein Drittel aller weltweit abgefüllten Single Malts herstellt.

Glenfiddich 12 Herstellung

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Die Glenfiddich Brennerei By Avarim (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
In der Vergangenheit wurden Glenfiddich Erzeugnisse durch ganz Großbritannien versendet und anderen Whiskys beigefügt. Viele Whiskys aus der „Highland“-Region werden auch heute noch in vielen verschiedenen Abfüllanlagen hergestellt. Nicht so bei einem Whisky der Sorte Glenfiddich. Diese Whiskys verlassen die Brennerei erst, wenn sie komplett fertig sind und in Flaschen abgefüllt wurden.

Die Gärungsbottiche werden auch heute noch unter besonderen Verfahren hergestellt und aus dem Holz von Douglasien gefertigt. Der wash wird seit nun knapp 130 Jahren in Brennblasen destilliert, die sich durch ihre besondere kleine Größe auszeichnen. Gereift wird Glenfiddich Whisky in großen Fässern, die aus Eiche gefertigt werden. Wenn du noch mehr über die Herstellung von Whisky erfahren willst, kannst du gerne meine Artikel hierüber lesen. Nachdem wir nun mehr über die Geschichte und die Herstellung von Glenfiddich Whisky erfahren haben, sollten wir uns dem wichtigsten Punkt widmen…

Glenfiddich 12 Geschmack

Bevor ich aber auf den Geschmack eingehe, noch kurz etwas zu dem Aussehen des Glenfiddich 12. Dieser hat nämlich eine schöne gelbe Farbe. Stell dir ein Gelb vor, dass ein wenig nach Getreide aussieht, welches kurz vor der Ernte steht. Dieser Getreideaspekt ist auch beim Geruch zu erkennen. Der Glenfiddich 12 Jahre hat ein schönes Aroma von Getreide. Fruchtige Noten sind durchaus zu erkennen und erinnern an eine Kombination von Birnen und Äpfeln.

Der Geschmack des Glenfiddich 12 ist glaube ich das, was ihn so beliebt macht. Er hat angenehme süße Züge, kommt aber nicht wässrig daher. Viele würden sagen, dass sie beim trinken Noten von Karamell oder Himbeere wahrnehmen können. Der 12 Jährige Glenfiddich zeichnet sich durch eine sehr angenehme Rauchnote aus und kann daher auch jedem Whisky Einsteiger und jeder Whisky Einsteigerin vorbehaltlos empfohlen werden. Die Rauchnote kommt sowieso erst im Abgang leicht durch. Beim trinken liegt dieser Whisky angenehm auf der Zunge.

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Glenfiddich 12 mit Box

Ok, Hand aufs Herz: Dieser Artikel wurde etwas voreingenommen von mir geschrieben. Glenfiddich Whiskys gehören zu meinen absoluten Lieblingswhiskys. Immerhin sind sie günstig und schmecken super. Der Preis des 12 jährigen Glenfiddich liegt meist zwischen 30 und 40 Euro. Bei dem Preis würde ich die Qualität des Glenfiddich 12 als sehr hoch einordnen. Der Whisky passt meiner Meinung nach zu vielen Lebenslagen. Durch die angenehme Note lässt er sich perfekt im Winter, als auch im Sommer trinken und kann auch bei einem ausgiebigem Essen genossen werden.

Ich bitte alle meine Aussagen natürlich immer mit einer Prise Salz zu genießen. Ich hatte ja erwähnt, dass es sich bei diesem Preis um einen wertigen Whisky handelt. Was nicht bedeutet, dass es keine Kritikpunkte gebe. Ich glaube der gewichtigste Kritikpunkt ist, dass beim trinken selber ein eindeutiger Alkoholgeschmack wahrzunehmen ist. Das ist keiner schlechten Produktion geschuldet, sondern der „vergleichsweise“ kurzen Reife- und Lagerzeit. Beim Glenfiddich 15 und 18 nimmt dieser Beigeschmack natürlich ab. Trotzdem, dieser Whisky erhält auch eine vorbehaltlose Empfehlung meinerseits und kann wie immer, bequem über Amazon* bestellt werden.

Hattest du schon mal einen Whisky der Marke Glenfiddich und willst mir sagen was du von ihm hältst, schreibe es in die Kommentare!

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